web analytics

Ein Tourtagebuch von Rolf Rilling

Archives › Rolf Rilling

NIXTREME-BIKER Rolf Rilling

Warum Nixtreme-Biker?

Im ersten Moment hören sich meine Reisen ein wenig waghalsig oder auch extrem an. Wenn man aber von Kindesbeinen an Reisen gewohnt ist und auch einige Grundregeln berücksichtigt, sind auch „spontane“ Fernreisen ein tolles Erlebnis. Sie entspannen, sie entschlacken (zumindest bei mir – ich nehme bei meinen mehrmonatigen Reisen immer toll ab!) und du triffst neue Freunde fürs Leben. Solche Reisen sind Nix extrem – also Nixtreme!

SONY DSC

2010 – am Cape of Good Hope, Südafrika

 

Wer selbst Biker ist weiss, dass man mit kaum einem anderen Fahrzeug so schnell Kontakte findet. Anstatt isoliert in einem Auto zu sitzen, wirst du mit einem Motorrad schnell in ein Gespräch verwickelt. Die Sympathien fliegen dir sozusagen zu. Selbst Polizisten im Innersten Afrikas wurden von der Magie meines Motorrades angezogen. Anstatt Knöllchen zu bekommen, musste ich oft den Polizisten die technischen Daten meines Motorrades  erläutern.

Oft standen Dutzende, manchmal sogar Hunderte von Leuten um mich herum und bestaunten mich in meiner Motorradkluft als wäre ich ein Astronaut.

Kurz zu meinem  „Reise-Lebenslauf“.

Heute bin ich schon ein alter Knochen – 57 Jahre auf dem Buckel – und doch noch nicht satt vom Reisen. Noch reizen mich ferne Länder, Kulturen und auch die Herausforderung, neue Sprachen – zumindest rudimentär – zu erlernen. Alles genug Anreiz, mich für weitere Reisen fit durch Jogging und Fitness Studio zu halten.

Reisen, ja das tue ich, solange ich zurück denken kann. Meine Eltern, insbesondere mein Vater, haben mich schon als kleines Kind nach Italien, Spanien und andere Länder geschleppt. Kaum war ich 18 Jahre alt, zog es mich in die Ferne. Meine Ferienjobs dienten nur einem Zweck – Reisen zu finanzieren. Mal für das Wochenende nach Istrien, 5 Tage nach Barcelona, England, Frankreich usw..  Zwischendurch wurde es exotischer. Mit einem Freund kurz nach Marokko, rein in die Wüste, ausgeraubt worden, was soll’s! Die nächste Reise führte dann in die Osttürkei. Leider wie heute – Bürgerkriegsgebiet. Nachts mussten wir, auf Aufforderung einer Militärkontrolle, ohne Licht mit unserem Uralt Renault 4 fahren. Flußdurchquerung? Kein Problem – wir schwammen einfach hinter unserem R4 her. Unser Profikartenmaterial – grobe, Gratis-Karten vom ADAC.

Dann ging es in die USA. 1980 noch ein Hauch von echtem Abenteuer. Beeindruckend damals: Mc Donalds, Straßenkreuzer, 6- bis 8 spurige  Highways und Wolkenkratzer. Heute sind die Unterschiede bei weitem nicht mehr so groß.

Uganda - Nilursprung am Viktoriasee

Uganda – Nilursprung am Viktoriasee

Dann Studium in England.

2 Jahre Survival Training – englisches Essen! Nicht so schlimm wie es sich im ersten Augenblick anhört. Eher Neugier auf fremdländisches Essen – Indisch, Chinesisch usw. Dennoch befremdend, was sich manche unserer englischen Kommilitonen zum Breakfast auf den Teller luden: kalte Ravioli auf ungetoastem Brot. Na ja – da bevorzugte ich doch ein gutes Thai Curry oder Vindaloo-Gericht.

Die Sprache blieb, ebenso der britische Sense of Humor sowie die Neugier auf fremde Länder.

Danach Work as Usual?

Nein – einen tollen Job habe ich bekommen. Durfte bei Rehau fremde Märkte aufbauen. Mal in England, dann wieder in Skandinavien, dann wieder Irland, Schottland und auch in die USA jetten. Über 180 Tage im Ausland – jedes Jahr!

Hört sich toll an. Für eine gewisse Zeit. Aber mit Familie eher schwierig. Und Business Trips sind eher ermüdend, werden mit der Zeit Routine.

Natürlich sind wir – Karin, meine Ehefrau und unsere 3 Kinder (Peter, Sabina und Tim) regelmässig verreist. Spontanreisen eher die Ausnahme, wir waren ja an die Schulferien gebunden.

Die Kinder wurden älter und wollten dann auch nicht mehr mit den „Alten“ verreisen. Sie waren durch uns inzwischen unheilbar angesteckt. Auch sie hatte der Reisevirus gepackt. Ob Work & Travel (USA, Australien, Asien) oder High School Year in USA und Kanada, Auslandsstudium in Ecuador oder Costa Rica, nichts konnte sie mehr bremsen. Der Jüngste, Tim, zog mit 18 Jahren nach Bolivien um dort sein Soziales Jahr zu absolvieren. Nebenbei hat er noch den halben Kontinent, alleine und teilweise auch mit seiner Schwester und Mutter bereist.

Uganda Äquator

Uganda Äquator

Jetzt wisst ihr schon eine ganze Menge über mich. Aber warum alleine mit dem Motorrad?

2009 reiste ich mit einer Gruppe nach Kenia/Tansania zum Kilimanjaro. Ich war von Afrika so fasziniert, dass ich mir 2010 die BMW kaufte und entschloss quer durch Afrika zu reisen. Alleine – nicht mein ursprünglicher Plan. Um dir eine 3-monatige Auszeit nehmen zu können, musst Du entweder gerade eine Beziehung hinter Dir haben, kinderlos oder selbständig sein und/oder eine starke Frau daheim haben, die den Laden in deiner Abwesenheit weiterführt. Und meine besten Freunde, sprich potentiellen Reisebegleiter? Sie hatten alle noch eine intakte Beziehung und waren aber leider auch nicht selbständig.

Grundsätzlich erlaubt mir unsere Firma Bull & Bear nur das Reisen in der ersten Hälfte des Jahres. Als Versandhaus haben wir unseren Schwerpunkt immer in der 2.Jahreshälfte. Auch das gut 15-köpfige Team ist sehr eingespielt und managed alles ohne den Boss. Natürlich kann ich nicht jedes Jahr „abhauen“. So alle 4 Jahre nehme ich mir mein „Sabbatical“ – eine Auszeit. Ein wichtiger Reisezweck ist auch die Ausschau nach neuen Produkten und Märkten.

Genug für heute – solange ich noch fit bin, werde ich reisen. Ich bin selbst gespannt, wohin es mich auf meiner Süd- und Nordamerika-Reise verschlägt.

Da ich zum großen Teil spontan meine Etappen auswähle, kann ich euch noch keine vorgefertigte Reiseroute vorstellen. Schaut einfach im Reiseblog nach – dort findet ihr auch eine Karte mit dem „fast“ aktuellen Standort und denTeiletappen.

Viel Spaß bei meinem Reiseblog wünscht euch

Rolf

 

DSC01232