web analytics

Ein Tourtagebuch von Rolf Rilling

Heat of the Moment

Der Südwesten der USA

Nach gelungener Reparatur der Kupplung konnte ich mich endlich wieder auf das Sightseeing konzentrieren. Die BMW wurde systembedingt von Ironhorse Motorcycles (US BMW-Händler 2015) komplett zerlegt und die mitgebrachte Kupplung neu eingebaut. Die alte Kupplung war komplett Schrott gewesen. Ein Wunder, dass ich es überhaupt bis hier geschafft hatte.

Von Tucson ging es über Teile der ehemaligen Route 66 weiter zum Grand Canyon. Vor über 35 Jahren war ich das letzte Mal vor dem „großen Loch“ gestanden.  Fast 1 Meile (1600m) ist der Canyon tief. Damals fuhr ich noch fast direkt an den Rand ran, heute zahlst du US $25 Eintritt und alles ist mit bequemen, geteerten Wegen „logistisch“ erschlossen. Mir für einen Naturpark zu perfekt und künstlich.

Von hier ging es weiter zum Zion Nationalpark. Die öffentliche Strasse führt zwangsweise quer durch den schönen Nationalpark. Sehr erstaunt, sollte ich schon wieder US$ 25 Parkgebühren zahlen. Als Schwabe nimmt man das aber nicht so hin. Mein Hinweis, dass das ja fast schon eine Zwangsabgabe sei und wenn ich bei meiner großen Reise überall zahlen sollte, wäre ich bald pleite. Ich hatte Schwaben-Glück. Die Rancherin winkte michgratis durch.

Las Vegas

Müde kam ich um 20.00 Uhr in Las Vegas nach fast 900 km an. Kurz geduscht und los ging es ins Nachtleben. Las Vegas ist immer wieder beeindruckend. Das Lichtermeer mit Werbung für Casinos, Shows und Shopping Malls erschlägt einem fast. Die Casinos waren für mich eher langweilig. Die gibt es heute überall. Aber Shopping Malls mit künstlichen Himmel, Nachbildungen von Sehenswürdigkeiten berühmter Orte wie Freiheitsstatue New York, Eiffelturm von Paris etc. beeidrucken einem doch sehr.

Death Valley

Am nächsten Tag fuhr ich noch sehr müde ins Death Valley. Das Todestal ist der heißeste und tiefste Punkt Amerikas. Heute hatte ich 48-49°C. Fünf Stunden in voller Motorradmontur inkl. Helm und Handschuhe. Das beeindruckte die air-conditionierte US Touristen, die nach wenigen Augenblicken schon schweißüberströmt die wenigen Schritte zu den Infotafeln „wobbelten“. Die sollen sich mit ihren „Tiefkühlschlitten“ nicht beklagen. Meine Klimaanlage in Form von 4 Liter Wasser funktionierte ganz gut. Über 200 km fuhr ich im Glutofen bis ich endlich wieder in kältere Gefilde (nur noch 35°C) kam. Diesmal kein Schwabenglück – ich musste nochmals US$ 25 Eintrittsgeld  für den Nationalpark Yosemite bezahlen. Dafür bekam ich auch eine Abkühlung auf 28°C gratis. Der Yosemite Nationalpark ist einer der Schönsten überhaupt. Leider ist er sehr überlaufen. Seine geografische Nähe zu San Francisco und dem Silicon Valley machen ihn zum idealen Naherholungsgebiet für alle Hightech Nerds aus dem nahen Silicon Valley. Wahrscheinlich kann man auch in der Natur Pokemons jagen.

 

Hier wieder einige Bilder