web analytics

Ein Tourtagebuch von Rolf Rilling

Viva Mexico

Nach 4 Tagen Dschungeltour ging es wieder weiter Richtung Norden zur mexikanischen Halbinsel Yukatan. Grenzaustritt Belize kein Problem. Eine hochmoderne mexikanische Grenzstation. In Mexiko musste ich ca. US$ 80 für Motorradversicherung und Gebühren entrichten. Zusätzlich wurden noch US$ 400 Deposit für das Motorrad fällig, die ich wieder beim Verlassen von Mexiko erstattet bekommen sollte.

Eine ganz andere Welt – eine US amerikanische Welt. Super  ausgebaute, mehrspurige Autobahnen und Strassen. Links und rechts Fastfood Restaurants, riesige Touristen Resorts. Auch der Strassenverkehr – keine Spur mehr vom hektischen süd- bzw. zentralamerikanischen Verkehrsgebahren. Eher ein tröges, passives Dahingleiten auf endlos geraden Strassen. Das wunderbare, blaue Karibikmeer mit seinen feinen, weißen Sandstränden lockt vor allem die Gringos aus den USA an. Die Landschaft eher flach mit viel grünen Dschungelbäumen. Immer wieder hervorragend ausgeschilderte Mayastätten. Ein weitere Attraktion auf Yukatan sind die kristsllklaren Cenoten. Das sind eingestürzte Kalkhöhlen, die sich mit Süsswasser gefüllt haben.

Nach fast 800 km treffe ich abends in der Touristenhochburg Playa del Carmen ein. Hier haben meine südamerikanischen Bikerfreunde schon seit Tagen in einem Appartmentkomplex Quartier bezogen. Nach all der Dschungelschwüle (habe leider in der Regenzeit Belize besucht) endlich wieder eine trockene Unterkunft. Endlich kann ich meine Klamotten und Dokumente wieder trocknen. Auch die Moskitostiche verheilen unter großem Juckreiz. Am nächsten Tag bricht die ganze Bikergang zur Tauchfahrt bei der Insel Cozumel auf. Cozumel ist bekannt für seine Schnorcheltouren und exotischen Fischreichtum. Wir buchen ein kleines Boot und werden von unserem Bootsführer zu mehreren kleinen Riffen gebracht. Die Schnorchelgänge übertreffen alle unsere Erwartungen. Wir tauchen in dichten Fischschwärmen sprichwörtlich in einem schillernden Farbenmeer. Ein toller Tag.

Die anderen bleiben noch einige Tage. Mein Terminplan ist leider viel enger. In gut 4 Tagen will ich fast 4000 km zur US Grenze zurücklegen. Die Strassen sind herrlich, die Temperatur über 35°C. Vamos Amigo. Nach 200 km ein schon vergessenes Drama: die Kupplung wird immer softer bis sich fast kein Gang mehr schalten lässt. Zum Glück sind die Strassen mehrspurig und immer geradeaus. Ich entschliesse mich bis nach Nordmexiko nach Monterrey zu fahren. Dort gibt es einen BMW Motorradhändler. Schlappe 3000 km ohne Kupplung. Auf der Nordseite der Yukatan Halbinsel gibt es deutlich weniger Tourismus. Dafür fahre ich Hunderte von Kilometer an verlassenen Sandstränden entlang. Generell ist Mexiko viel grüner als man sich das vorstellt. Und sehr preiswert: Sprit um die € 0,70/Liter und das Essen gut und preiswert und die Leute sind super freundlich und sehr intereressiert.

Von der Mordgefahr ausgehend von den Drogenkartellen spüre ich überhaupt nichts. Auch auf der ganzen Fahrt keine Polizei- oder Militärkontrollen. Alles ganz easy. Wenn mich jemand stoppen würde – hätte er auch keinen großen Erfolg bei mir. Ohne Kupplung kann ich sowieso nicht anhalten. Also probieren die es gar nicht. Die Polizisten, die an Kreuzungen und Brücken herumstehen, beachten mich nicht. Sie scheinen alle im Sondereinsatz zu sein: auf der Jagd zum nächsten POKEMON. Alle konzentrieren sich auf ihr Handy.

Irgendwie schaffe ich es nach Monterrey, eine mexikanische Großstadt. Ein Horror für einen BMW -Fahrer ohne Kupplung. Am nächsten Tag zur BMW Werkstatt. Hier wird ein Teil am Eingang des Kupplunggehäuses ersetzt. Sie funktioniert wieder. Ganze 30 km. Im Internet finde ich heraus, dass in Tucson, Arizona der beste BMW-Händler der USA 2015 sitzt. Auch die Bewertungen im Internet sind eindeutig positiv. Dort lasse ich meine Kupplung komplett wechseln!

Einige Impressionen von Mexiko