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Ein Tourtagebuch von Rolf Rilling

Back in The USA

Knapp dem Waterboarding entgangen

Irgendwie habe ich es an die US Grenze El Paso, Texas geschafft. Vor mir mehrere Spuren Fahrzeugschlangen. Ich ohne Kupplung, schiebe mein Motorrad mit voller Montur bei fast 40°C ohne Schatten. Ich sehe schon die US Grenze, gegenüber die mexikanische Grenzkontrolle, getrennt von einem Zaun. Plötzlich eine Art Eingebung. Da war doch noch etwas. Meine Sicherheitshinterlegung von US$ 400, die ich an der mexikanischen Grenze zurück bekommen sollte. Ich einfach Motorrad im Stau geparkt, überwinde die Absperrung und frage die total schockierten mexikanischen Grenzleute wo ich mein Deposit, sprich US$ 400 zurück bekomme. Antwort – hier nicht, sondern 30km westlich bei einem kleinen Grenzübergang. Surprise, surprise. Das machen die doch mit Absicht! Schwabe bleibt Schwabe. Denen schenke ich nicht das Geld. Ich fahre illegal im Gegenverkehr trotz hektischen Zurufen wieder zwischen der Schlange zurück. In einem Mini Grenzübergang wird mir der Betrag auf meinem Kreditkartenkonto gutgeschrieben. (Betrag habe ich inzwischen tatsächlich trotz gewisse Zweifel erhalten!). Sonst wollen die Mexikaner nichts sehen. Kein Pass, rein gor nix.

Also los zu den Amis. Die sind zunächst einmal total mit mir überfordert. Meine online-Registrierung ESTA können sie nicht lesen. Alles auf Deutsch. Habe ich aber aus ihrem offiziellen Programm ausgedruckt. Not my problem! You are the best and greatest country of the world and soon you might have the best president and the best wife of the world (Originalton von Donald Trump), why can you not read German?

Jedenfalls funktioniert die ESTA- Registrierung nicht für Deutsche, die zu Land in die USA einreisen. Also normale Prozedur. $6 zahlen und anstehen und auf die amerikanische Grenzinquisition warten. 3 Stunden stehe ich mit hauptsächlich mexikanischen „Einwanderer“ an. Dann komme ich dran. Eye- und Finger Scans. Wo ich hin will und wo und wann ich die USA wieder verlassen will. Weiß ich doch nicht. I am transit tourist to Canada. Er besteht auf einen Grenzübergang. Also ich kenne nur den von den Niagara Fällen. Ob ich die Rainbow bridge meine? Meine Antwort findet er überhaupt nicht lustig: maybe rainbow bridge if it rains, when sun shines it is called sunshine bridge.

Null Humor. Hier verdient alle die Dumpfbacke Trump!

Es geht weiter. Mein Motorrad kontrollieren sie überhaupt nicht. Unterwegs halte ich noch in einem shop an und kaufe 2 Dosen Bier. Es gibt etwas zu feiern:

Die BMW GS hat 100.000 km auf dem Tacho. Das ganze in 6 Jahren!

Unterwegs nehme ich noch die Westernstadt Tombstone inkl. Schießduell mit und komme in Tucson, Arizona an. Die Krönung: ich bekomme als upgrade die Präsidentensuite in einem schon sehr guten Hotel zum Discountpreis. This is America. Meine BMW bringe ich zum BMW Händler. Die Diagnose ergibt, dass die Kupplung komplett hinüber ist. Mehr dazu in einem späteren Bericht.

Bilder zu Tombstone, BMW und Kaktus Nationalpark findet ihr hier